Die Gala 50 Jahre NKV
Jecken feiern auch im kühlen Norden
Norddeutscher Karneval-Verband wird
50 Jahre
Der Norden ist jeck, davon sind zumindest die Narren in Schles-
wig-Holstein und Hamburg überzeugt. Immerhin feiern sie an
diesem Sonnabend bei einer Gala in Neumünster bereits den
50. Geburtstag ihres Norddeutschen Karnevalsverbandes (NKV).
Mehr als 30 Vereine mit 4000 Mitgliedern geben die Hoffnung
nicht auf, Kiel und Hamburg doch noch in Karnevalshochburgen
zu verwandeln. Am Rosenmontag wollen sich wieder zahlreiche
Jecken zu Umzügen in Marne und Rendsburg treffen und tonnenweise “Karmelle” unters Volk bringen.
Quelle: dpa/region 16.01.2004
Fünf Stunden Karneval pur
Über 700 Karnevalisten aus dem ganzen Land feierten mit einer
rauschenden Jubiläumsgala am Sonnabendabend in der Stadt-
halle, die aus allen Nähten platzte, das 50jährige Bestehen des
Norddeutschen Karnevalsverbandes (NKV).
Bissige Büttenreden, schmissige Gardetänze, faszinierende und phantasievolle Bühnenshows, Urkomisches und Mitreißendes
und gute Laune, wohin man schaute: In Neumünster waren am
Sonnabend die Narren los. “Kiel ahoi!”, “Neumünster helau!”,
“Nordörp fidel!”, “Marn hol fast!”, Schnakenbek Alaaf!”, “ Na, das
üben wir nochmal!”: NKV-Schriftführer Wolfgang Rühmann, der
gekonnt und launig den Abend moderierte, musste zwar immer
wieder die richtigen närrischen Schlachtrufe Richtung Publikum
“ansagen”, doch im überigen klappte alles hervorragend. In dem
fast fünfstündigen Programm, das das NKV-Präsidium ein Jahr
lang vorbereitet hatte, jagte ein Highlight das nächste.
Marne, Meldorf, Nortorf, Moorrege, Kiel, Lübeck, Rendsburg,
Hamburg, aus allen Teilen des Verbandsgebietes waren Präsidenten, Prinzen, Tollitäten, Lieblichkeiten, schmucke Tanzgarden
und andere närrische Würdenträger angereist, ebenso der Präsident des BDK (Bund Deutscher Karneval e.V.) Franz Wolf aus Köln, um dem sich hartnäckig haltenden Vorurteil, Norddeutsche seien kühl, eine kräftige Abfuhr zu erteilen. “ Sie sehen
heute einen Querschnitt des karnevalistischen Leistungsspektrums”, versprach Kurt-Adolf Zakrzewicz, NKV- Präsident, in
seiner Begrüßung. Mit launigen Gedanken über die Seelenverwandschaft zwischen Narren und Politikern eröffnete der erste
Büttenredner des Abends, Landtagspräsident Heinz-Werner
Arens, den Reigen. Närrisch zu sein, heißt, der Gesellschaft den
Spiegel vorzuhalten in dieser Tradition setzte es auch vom
“Protokoller” Enno Horstmann aus Lauenburg bissige Seitenhiebe. Ob Kanzler Schröder (“die Politik nimmt an Fahrt zu
das ist normal, wenn’s bergab geht”), Präsident Bush “ Insolvenzverwalter” Hans Eichel (“ Der Aufschwung hat den Gipfel
der Talsohle erreicht”) oder Dieter Bohlen (“und ist die Birne
noch so hohl, you`re my heart, you`re my soul”) - alle kriegten
ihr Fett weg.
Beifallstürme ernteten diverse Tanzgruppen, ob Garden, Tanzmariechen, Showtänzer und Solisten, die die hohe Schule des
Karnevalstanzes präsentierten, aber auch als Matrosen mit
“Käpt`n”, als Marianne Rosenberg, Liza Minelli(“Cabaret”) oder
Charlestontänzer das Publikum von den Stühlen rissen.
Gemäß des würdigen Alters des NKV traten auch “ältere Herrschaften” aufs Parkett und strapazierten die Lachmuskeln, so
wie Wilhelm Stürck aus Marne als altes Tanzmariechen aus
dem Jahre 1954, der einen umjubelten Can-Can hinlegte. Auch
das NKV-Präsidium nahm sich selbst auf die Schippe, trat als
Wikinger und Rocker von “Torfrock” auf und erntete Lachsalven.
Die Samba-Truppe der KG Eulenspiegel aus Kiel setzte ein
Glanzlicht zum Schluss des offiziellen Programms kurz vor ein
Uhr nachts.
Die Bilder der Galanacht