Die Geschichte des N K V

Der Entschluss zur Gründung des Norddeutschen Karneval-Verbandes erfolgte am 24. Oktober 1953 in Bremerhaven.
Am 21. Februar 1954 wurde der Verband in Hildesheim mit dem ersten Narrenkongress aus der Taufe gehoben. Die vereinsrechtliche Gründung des NKV fand am 15.05.1955 in Hamburg statt.
Der erste Präsident wurde Paul Hofmannsloh aus Bremerhaven. Paul Hofmannsloh führte den Verband bis 1968. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde Lothar Manski aus Kiel als sein Nachfolger gewählt.
Der Verband umfasste die Regionen Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen.
1979 erfolgte die Abspaltung von Bremen und Niedersachsen auf Betreiben des Bund Deutscher Karneval.
Die Gebiete Hamburg und Schleswig Holstein blieben unter der Bezeichnung Norddeutscher Karneval-Verband erhalten, während Bremen und Niedersachsen zum Karnevalsverband Niedersachsen zusammengeschlossen wurden. Die Elbe wurde als Grenze gezogen.
Mit dieser Maßnahme wurden die Elbe zum Grenzfluss und die Hansestadt Hamburg geteilt. Dem Süden Hamburgs gehörte nunmehr zum Gebiet von Niedersachsen, wahrlich eine karnevalistische Regelung.
Verbandszweck war und ist es nach der NKV-Satzung „ der Zusammenschluss aller im norddeutschen Bundesgebiet ansässigen Karnevalsgesellschaften und Elferräte“ An ostdeutschen Karnevalisten war damals bei der Gründung und Trennung des Verbandes noch nicht zu denken.
1979 bestanden im Bereich Bremen-Niedersachsen 18 dem NKV angehörende Vereine, in Hamburg und Schleswig-Holstein 25 Vereine.
Im Jahre 2005 zählt der Karneval-Verband Niedersachsen 108 Mitglieder, der Norddeutsche Karneval-Verband mit Sitz Kiel vereinigt 34 Vereine und Gesellschaften unter seinem Banner.
Der NKV brachte es nach der Trennung aber auf eine beachtliche Zahl von Verbandspräsidenten in der Nachfolge von Lothar Manski seit 1979

1979 - 1991 Norbert Czock, Plön
1991 - 1993 Jochen Grosser, Kiel
1994 - 1996 Peter Schlößl, Lübeck
1996 - 1998 Harry Rammin, Kiel
1998 - 2004 Kurt-Adolf Zakrzewicz, Hamburg
2004 - heute Wolfgang Rühmann, Neumünster

an die Spitze des Norddeutschen Karneval-Verbandes.
Der Gründung des NKV im Jahre 1954 war die Gründung des Bund Deutscher Karneval BDK am 25.10.1953 vorausgegangen, der das Rheinland und Süddeutschland umfasste.
Da die Norddeutschen im damaligen BDK nicht erwünscht waren – ihnen wurde karnevalistisches Brauchtum abgesprochen – gründeten sie einen eigenen Verband, den Norddeutschen Karneval-Verband, den NKV.
Er sah sich nicht als Kampfverband gegen den BDK, sondern strebte eine enge Zusammenarbeit mit dem BDK an, der ihn 1960 auch als Mitglied aufnahm, somit waren die Karnevalisten 1960 zumindest in der Bundesrepublik wiedervereinigt.
Die Jahreshauptversammlungen der ersten Zeit des NKV wurden mit großem karnevalistischem Programm als „Narren-Kongresse“ abgehalten. Nach 1954 in Hildesheim fanden sie an vielen norddeutschen Orten statt, z.B. in Oldenburg, Kiel, Hamburg, Hannover etc. bis zum 16. Kongress in der Bremer Stadthalle. In der Kieler Ostseehalle wurde der V. Narrenkongress 1958 und der XIII. Narrenkongress 1967 veranstaltet.
Die Ostseehalle in Kiel war auch Schauplatz der Deutschen Meisterschaft des BDK für Karnevalstanz der Senioren (heute: Aktive) im Jahre 1974.
In den Anfangsjahren des sportlich-karnevalistischen Tanzens spielten die Norddeutschen eine gewichtige Rolle. Der seit 1969 dem BDK-Präsidium angehörender NKV-Präsident Lothar Manski wurde 1971 Mitbegründer des BDK-Tanzturnier-Ausschusses.
Der NKV bildete 1974 selbst einen Tanzturnier-Ausschuss und veranstaltete eigene NKV-Tanzturniere in Hannover 1971, Lübeck 1972, Bremerhaven 1973, Hannover 1974, Lübeck 1975, Nordenham 1976, in Lübeck und Hannover 1977 und ab 1978 alle in Lübeck. Seit 1977 sind die Turniere bundesoffene Qualifikationsturniere für die Deutschen Meisterschaften des BDK, die in Lübeck von der GKG Silbermöwe ausgerichtet werden.
Die NKV-Aktiven waren erfolgreiche Teilnehmer an BDK-Turnieren. Sie brachten bisher 10 Deutsche Meistertitel für die Norddeutschen, davon gingen 8 an Rheingold Kiel und 2 an Silbermöwe Lübeck.
1985 fand die Deutsche Meisterschaft für Jugend- und Juniorengruppen in Lübeck statt. 1995 war in Lübeck das Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft des BDK, und im Jahre 2000 durfte die GKG Silbermöwe sogar die Deutschen Meisterschaften des BDK in der Hansestadt an der Trave ausrichten.
Die Narren-Kongresse wurden zu Gunsten der NKV-Tanzturniere aufgegeben. Um für andere karnevalistische Disziplinen wie Büttenreden und Gesang Vergleichsmöglichkeiten der Aktiven zu schaffen, wurde auf Initiative der GKG Silbermöwe ein Wettbewerb „ Die lachende Bütt „ eingeführt und von 1976 – 1978 in Lübeck veranstaltet. Dieser Narrenspaß hat sich aber nicht lange als NKV-Veranstaltung gehalten.
Dass die Norddeutschen kein Brauchtum Karneval haben, widerlegt der NKV-Brauchtumsausschuss, der 1983 ins Leben gerufen wurde und der Fastnachtsbräuche in unserer Region bis ins Mittelalter nachweisen kann. Die Ergebnisse der Brauchtumsforschungsarbeit des Beauftragten Claus Michael Nicolas sind in seiner Schrift unter dem Titel „Vom Mummenschanz zum Gardetanz“ im Jahre 2004 veröffentlich worden.
NKV-Verdienstorden für verdiente Mitglieder der Gesellschaften gibt es seit 1980. Die NKV-Ehrenordnung von 1993 kennt Ordensstufen in Bronze, Silber und Gold. Außerdem können verdiente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Nichtkarnevalisten, die sich um unser Brauchtum verdient gemacht haben seit 1995 mit dem Repräsentationsorden des NKV ausgezeichnet werden.
Aktive Karnevalisten, die sich um den Karneval verdient gemacht haben können zu Ehrenpräsidenten bzw. zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.
Diese Ehre wurden bisher fünf verdiente Karnevalisten zuteil:

Lothar Manski
ehem. Präsident zum Ehrenpräsidenten
Norbert Czock
ehem. Präsident zum Ehrenpräsidenten
Heinz Wacker
ehem. BDK-Präsident zum Ehrenmitglied
Kurt-Adolf Zakrzewicz
ehem. Präsident zum Ehrenpräsidenten
Peter Schlößl
ehem. Präsident zum Ehrenmitglied


Das Jahr 1983 begründete nicht nur den Brauchtumsausschuss, es war auch das erste Jahr der seitdem jährlich stattfindenden Präsidententreffen der Mitgliedsvereine im NKV und das Jahr der Einführung der offiziellen NKV-Verbandszeitung.
Prinzentreffen der Tollitäten und Lieblichkeiten mit Gefolge gibt es seit 1988 während der Session in Neumünster, zunächst bei „Hein Gas“, in den späteren Jahren bei den Stadtwerken Neumünster und seit dem Jahre 2002 im Rathaus der Stadt Neumünster.
Der Kontaktpflege unter den Aktiven dienen auch die Gardetreffen. Sie wurden 1989 vom Carneval Club Rendsburg eingeführt und werden seit November 2001 als „NKV-Hitparade der Karnevalsgarden“ in der Stadthalle Neumünster von der KG Nyge-Münster Neumünster ausgerichtet.
Für Ehrungen von Persönlichkeiten und Karnevalsvereinen wurde 1986 die „Till-Skulptur“ geschaffen, mit der Ehrungen zu besonderen Jubiläen etc. vollzogen werden.
Der NKV mit Sitz in Kiel sieht sich als Traditionsträger des 1954 in Hildesheim ins Leben gerufenen Norddeutschen Karneval-Verbandes. 2004 konnte er sein 50-jähriges Jubiläum mit einer großen Gala unter Beteiligung des Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtages, des BDK-Präsidenten, des Präsidenten des Karnevalverbandes Niedersachsen sowie unter Mitwirkung aller dem NKV angeschlossenen Vereinen feiern.
Um die Verbandsarbeit weiter zu beleben wurden im Jahre 2003 das Amt des Internetbeauftragten, im Jahre 2005 ein Öffentlichkeitsausschuss/Pressesprecher und ein Redaktionsausschuss gebildet.